Undichte Silikonfugen. Wer zahlt den Wasserschaden und wie kann man vorbeugen?

Ein Wasserschaden in der Wohnung oder im Haus kann schnell hohe Kosten verursachen, besonders dann, wenn die Ursache eine undichte Silikonfuge an der Dusche oder Badewanne ist. Oft bleibt das Problem lange unbemerkt, bis es zu Schimmelbildung oder Schäden an der Bausubstanz kommt. Doch wer übernimmt in solchen Fällen die Kosten? Zahlt die Versicherung oder bleibt der Eigentümer auf dem Schaden sitzen?

In diesem Artikel erfahren Sie alles über die Ursachen und Risiken undichter Silikonfugen, die rechtliche Lage und den Versicherungsschutz sowie präventive Maßnahmen, um Schäden zu vermeiden.

 

Warum sind Silikonfugen so wichtig?

Silikonfugen sind in Badezimmern, Küchen und anderen feuchten Bereichen unverzichtbar. Sie dienen als flexible Abdichtung zwischen Fliesen, Duschwannen, Waschbecken oder Badewannen und verhindern, dass Wasser in die Wände oder den Boden eindringt.

Allerdings sind diese Fugen nicht dauerhaft wasserdicht. Mit der Zeit können sie porös werden, Risse bekommen oder sich lösen. Das Wasser kann dann ungehindert in die Bausubstanz eindringen und dort unbemerkt Schäden anrichten.

Die größten Risiken bei undichten Silikonfugen:

Langsam eindringende Feuchtigkeit kann Schimmelbildung verursachen.
Holzböden oder Parkett quellen auf und müssen teuer ersetzt werden.
Wasser kann sich hinter Fliesen sammeln und Wandschäden hervorrufen.
In Mehrfamilienhäusern kann Wasser in die darunterliegende Wohnung sickern.

Das Heimtückische an undichten Fugen ist, dass sie häufig lange Zeit unentdeckt bleiben, bis der Schaden bereits groß ist.

 

Zahlt die Versicherung bei Wasserschäden durch undichte Silikonfugen?

Bis vor einigen Jahren war es üblich, dass Gebäudeversicherungen auch Wasserschäden durch undichte Silikonfugen regulierten. Doch ein BGH-Urteil vom 20. Oktober 2021 (Az. IV ZR 236/20) hat die Rechtslage deutlich verändert.

BGH-Urteil: Undichte Fugen sind kein Leitungswasserschaden

Der Bundesgerichtshof (BGH) entschied, dass Wohngebäudeversicherungen nicht für Wasserschäden aufkommen müssen, die durch undichte Silikonfugen verursacht wurden. Warum?

Die Leitungswasserversicherung übernimmt nur Schäden, die durch plötzlich und unkontrolliert ausgetretenes Wasser aus dem Rohrleitungssystem entstehen. Da Silikonfugen nicht Teil des Rohrsystems sind, fällt ein Schaden durch eine undichte Fuge nicht unter den Versicherungsschutz.

🔗 Hier finden Sie das vollständige Urteil:
BGH-Urteil IV ZR 236/20

Gibt es Versicherungen, die trotzdem zahlen?

Auch wenn die Standard-Wohngebäudeversicherung Wasserschäden durch undichte Silikonfugen nicht abdeckt, gibt es trotzdem Optionen:

  1. Zusatzbausteine in der Wohngebäudeversicherung

    Einige Versicherer bieten erweiterte Versicherungsbausteine an, die solche Schäden mit abdecken. Es lohnt sich, die Versicherungspolice genau zu prüfen oder beim Anbieter nachzufragen, ob ein solcher Zusatzschutz möglich ist.

  2. Hausratversicherung – Schutz für das eigene Inventar

    Die Hausratversicherung kann einspringen, wenn durch den Wasserschaden Möbel, Teppiche oder Elektrogeräte beschädigt werden. Aber auch hier gilt: Nur wenn das Wasser plötzlich und unvorhersehbar ausgetreten ist, kann Versicherungsschutz bestehen. Unbedingt Police prüfen!

  3. Haftpflichtversicherung des Vermieters oder Handwerkers

    Falls ein fehlerhafter Einbau oder eine mangelhafte Wartung der Silikonfugen durch einen Handwerker vorliegt, könnte dessen Betriebshaftpflichtversicherung für den Schaden aufkommen. In Mietwohnungen könnte eventuell auch die Haftpflichtversicherung des Vermieters greifen.

    In diesem Beitrag finden Sie weitere Tipps, wie und was die Versicherung bei Wasserschaden zahlt: Versicherung zahlt nicht bei Wasserschaden

Wie kann man Schäden durch undichte Silikonfugen vermeiden?

Da die Versicherung in vielen Fällen nicht für Schäden aufkommt, ist es umso wichtiger, selbst vorzubeugen.

 

  1. Regelmäßige Kontrolle der Fugen

    Mindestens alle sechs Monate die Silikonfugen im Bad auf Risse, Verfärbungen oder Ablösungen überprüfen.
    Besonders anfällig sind die Übergänge zwischen Fliesen und Duschtasse oder Badewanne.

  2. Reinigung und Pflege

    Aggressive Reinigungsmittel vermeiden, da sie das Silikon porös machen können.
    Nach dem Duschen oder Baden hilft trockenwischen, um Feuchtigkeit von den Fugen fernzuhalten.

  3. Erneuerung alter oder beschädigter Fugen

    Silikonfugen sollten je nach Beanspruchung alle 3 bis 5 Jahre erneuert werden.
    Die alte Fuge muss vollständig entfernt werden, bevor neues Silikon aufgetragen wird.
    Es lohnt sich, eine Fachfirma zu beauftragen, um Undichtigkeiten zu vermeiden.

Welche Rechte und Pflichten haben Mieter und Vermieter?

Mieterpflichten

Mängel sofort dem Vermieter melden, um größere Schäden zu vermeiden.
Falls der Mieter den Schaden selbst verschuldet hat (z. B. durch unsachgemäße Reinigung), kann der Vermieter die Kosten für die Reparatur verlangen.

Vermieterpflichten

Der Vermieter ist für die Instandhaltung der Silikonfugen verantwortlich.
Wenn der Wasserschaden auf unterlassene Wartung zurückzuführen ist, könnte der Vermieter haftbar gemacht werden.

 

Was tun, wenn bereits ein Wasserschaden entstanden ist?

Sollte trotz aller Vorsichtsmaßnahmen ein Wasserschaden auftreten, ist schnelles Handeln gefragt:

1. Schaden dokumentieren

Fotos von der beschädigten Stelle und den Folgeschäden machen.
Feuchtigkeitsmessungen durchführen lassen.

2. Vermieter oder Versicherung informieren

Mieter sollten sofort den Vermieter kontaktieren.
Eigentümer sollten prüfen, ob eine Versicherung den Schaden übernimmt.

3. Fachfirma beauftragen

Ein Fachbetrieb (Sanitär- oder  Fliesenleger) sollte die Ursache schnellstmöglich beheben.

 

Prävention spart hohe Kosten

Undichte Silikonfugen sind eine unterschätzte Gefahr, die zu erheblichen Wasserschäden führen kann. Da Versicherungen in vielen Fällen nicht zahlen, ist es umso wichtiger, rechtzeitig vorzubeugen.

Die wichtigsten Maßnahmen:

Regelmäßige Kontrolle der Fugen auf Schäden
Fachgerechte Erneuerung beschädigter Silikon- oder Hartverfugungen
Zusätzlichen Versicherungsschutz prüfen
Schnelles Handeln bei ersten Anzeichen eines Wasserschadens

Wer seine Silikonfugen richtig wartet und pflegt, schützt nicht nur seine Wohnung oder sein Haus, sondern vermeidet auch hohe Reparaturkosten.

Wie pflegt man Silikonfugen richtig und beugt Wasserschaden vor? Bild von Essigreiniger und Schwämmen in einer weißen Dusche

Wie pflegt man Silikonfugen richtig? 5 Tipps für lange Haltbarkeit und Schutz vor Schäden

 

1. Regelmäßige Reinigung – So bleibt das Silikon hygienisch und elastisch

Silikonfugen können mit der Zeit Schmutz, Kalkablagerungen und Schimmel ansetzen. Deshalb sollten sie regelmäßig gereinigt werden, um ihre Dichtungsfunktion und Ästhetik zu erhalten.

Wie oft sollte man Silikonfugen reinigen?

Wöchentlich: Leichte Reinigung mit mildem Reiniger oder Essigwasser.
Monatlich: Intensivere Reinigung mit speziellen Reinigungsmitteln für Silikonfugen.
Nach jedem Duschen oder Baden: Kurz trockenwischen, um Feuchtigkeit zu reduzieren.

Geeignete Reinigungsmittel für Silikonfugen:

Milde Seifenlauge oder pH-neutrale Reiniger
Essigwasser (bei Kalkablagerungen)
Backpulverpaste (hilft gegen Verfärbungen)
Spezielle Fugenreiniger aus dem Fachhandel

Achtung: Aggressive Reinigungsmittel oder scheuernde Schwämme können die Silikonoberfläche beschädigen und rissig machen.

2. Nach dem Duschen oder Baden: Wasserreste entfernen

Feuchtigkeit ist der Hauptgrund für Schimmelbildung und poröse Silikonfugen. Deshalb sollte nach jeder Nutzung von Dusche oder Badewanne das überschüssige Wasser entfernt werden.

Mit einem Abzieher oder Tuch die Fugen trocken wischen.
Gute Belüftung nach dem Duschen – Fenster öffnen oder Lüfter nutzen.
Wasserrückstände vermeiden, um Kalkablagerungen zu reduzieren.

3. Schimmelbildung vorbeugen

Schimmel auf Silikonfugen sieht nicht nur unschön aus, sondern kann auch gesundheitsschädlich sein. Besonders in Badezimmern mit hoher Luftfeuchtigkeit bildet sich oft Schimmel.

Tipps zur Schimmelprävention:

Regelmäßig lüften (besonders nach dem Duschen oder Baden).
Luftzirkulation verbessern, z. B. mit einem Ventilator oder Luftentfeuchter.
Essig oder Alkohol regelmäßig auf die Fugen auftragen, um Schimmelsporen zu reduzieren.
Antischimmel-Silikon verwenden, wenn Fugen erneuert werden.

Falls bereits Schimmel entstanden ist, kann eine Mischung aus Backpulver und Wasserstoffperoxid helfen. Stark befallene Fugen sollten jedoch ausgetauscht werden.

4. Silikonfugen schonend reinigen. Was vermeiden?

Diese Fehler verkürzen die Lebensdauer von Silikonfugen:
Chlorhaltige Reiniger: Können das Silikon austrocknen und spröde machen.
Scheuermittel oder Stahlwolle: Beschädigt die Oberfläche der Fugen.
Dauerhafte Feuchtigkeit: Führt zu Schimmel und Materialermüdung.

5. Regelmäßige Kontrolle und Wartung

Silikonfugen sind kein dauerhafter Schutz, sie sollten regelmäßig auf Schäden überprüft und gegebenenfalls erneuert werden.

Alle 6 Monate überprüfen: Gibt es Risse, Verfärbungen oder Ablösungen?
Alle 2–5 Jahre erneuern: Je nach Beanspruchung sollten alte Silikonfugen ausgetauscht werden.

Wenn eine Fuge undicht oder rissig ist, sollte sie schnellstmöglich erneuert werden, um Wasserschäden zu vermeiden.

So bleibt Ihre Silikonfuge lange dicht und sauber

Regelmäßig reinigen mit milden Reinigern.
Nach dem Duschen trocknen, um Feuchtigkeit zu reduzieren.
Schimmel vorbeugen durch Lüften und Antischimmel-Silikon.
Kein Scheuermittel oder Chlor verwenden.
Fugen regelmäßig prüfen und bei Bedarf erneuern.

Mit der richtigen Pflege bleiben Ihre Silikonfugen langfristig elastisch, schimmelfrei und wasserdicht – und Sie vermeiden teure Reparaturen durch Wasserschäden!

Warum WDS Wasserschadenshilfe die richtige Wahl ist

Wir von WDS Wasserschadenhilfe.de stehen Ihnen bei der Schadensregulierung gegenüber ihrer Versicherung gerne zur Verfügung. Mit unserem langjährigen Partnernetzwerk unterstützen wir sie bei der Regulierung und Beseitigung.